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Abzocker 2011

Abojäger und Spam-Versender

Unlautere Abonnements


Angeblich treue Kunden der hauseigenen Videothek beglückte die Video-Aktuell Betriebs GmbH mit einem so genannten Vorzugsabonnement für eine Zeitschrift, die für die Dauer von drei Monaten kostenlos sein sollte. Als "Bonus" könne man die Zeitschrift nach Ablauf der drei Monate zum gültigen Heftpreis für die restlichen neun Monate eines Bezugsjahres weiter beziehen. Wer da gleich skeptisch reagierte, den beruhigte die Gesellschaft aus dem rheinland-pfälzischen Meudt: "Lehnen Sie sich entspannt zurück, Sie brauchen nichts zu unternehmen." Das war ein Rat mit doppeltem Boden. Denn wer nichts tat, den belieferte die Video-Aktuell Betriebs GmbH nach Ablauf der drei Monate zum üblichen Bezugspreis weiter. Zwar lag in diesem Fall kein Vertrag vor, und der Kunde musste keinen Cent zahlen. Doch die Gesellschaft hatte noch mehr drauf: Listig empfahl sie, auf einem beigefügten Formblatt mit Auswahlcoupon eine andere Zeitschrift auszuwählen, falls sie den individuellen Geschmack nicht getroffen habe. Dazu gehörte auch, Kontodaten anzugeben und eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Wer den Coupon ausfüllte und abschickte, der schloss einen wirksamen Abo-Vertrag ab.

Haustuerwerbung
Foto: edbockstock/Fotolia

Unlauter versuchten auch andere Werber, Abonnements abzuschließen. Sie sprachen Passanten auf der Straße an oder klingelten an der Haustür und berichteten von einem sozialen Projekt, einem "Schülerbotendienst", sowie einer angeblich unverfänglichen Umfrage. Außerdem könne man mit einem kostenlosen Probeabonnement für eine Zeitschrift bedürftigen Jugendlichen helfen. Die, so wurde versichert, würden nämlich durch das Zustellen des Magazins Geld verdienen. Die Angesprochenen müssten nur die Zuverlässigkeit der Jugendlichen überprüfen und dazu ein Formular ausfüllen, ob die Zeitschriften pünktlich im Briefkasten landeten. Wer dem Redeschwall erlag und Daten preisgab, erhielt anschließend eine Auftragsbestätigung über ein kostenpflichtiges Abonnement.

Partnervermittlung: Senioren im Visier


Wer auf persönlich gehaltene Partnergesuche in einer Zeitung reagiert, läuft oft Gefahr, an einen Lockvogel für eine professionelle Partnervermittlung zu geraten: Als ein "sympathischer 80-Jähriger" zum Beispiel "eine Freundin zum Reden, Bummeln und für Ausflüge" suchte, rief eine 84-jährige Frau sofort an und landete bei einer "Senioren-Freundschaftsvermittlung". Die drängte sogleich zu einem Hausbesuch und versuchte dabei, einen unbefristet laufenden Partnervermittlungsvertrag abzuschließen. Für die bloße Vermittlung von Adressen sollten eine "nicht rückzahlbare Verwaltungsgebühr" in Höhe von 480 Euro sowie jeden Monat weitere 50 Euro bezahlen werden.

Spam-Mails


Update-Gebühr für Navigationsgerät
Die Firma SG WebDesign aus Hannover wollte abkassieren, indem sie eine "Update-Gebühr" für ein nicht näher benanntes Navigationsgerät forderte. Dazu verschickte sie per E-Mail mit dem Betreff "Europäische Navigations Update Zentrale" munter Rechnungen samt Überweisungsformular für die Liechtensteinische Landesbank AG an die Post-finance im schweizerischen Bern - dummerweise jedoch auch an Personen, die weder Auto noch Navi besaßen.

Dubiose Datensammler
Viele Internetnutzer erhielten Werbe-E-Mails, in denen ihnen neben einem kostenlosen Fernsehpaket auch ein Receiver versprochen wurde - wenn sie denn eine Reihe personenbezogener Daten preisgeben würden. Gefragt wurde nach Name, Adresse, Telefonnummer und Handynummer sowie E-Mailadresse. Betreiber der beworbenen Internetseite war laut Impressum eine Firma Privacy Marketing Limited in Belize, einer ehemaligen britischen Kronkolonie zwischen Mexiko und Guatemala.

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland e.V., Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link1010031A.html