Wahrscheinlich ist es so leicht hereingelegt zu werden, weil niemand mit einer solchen Kaltschnäuzigkeit rechnet. Da werden ahnungslose Mobiltelefonierer unter Einsatz einer vermeintlich Hilfe suchenden alten Damen abkassiert.
Vorgeschichte: Eine schwerhörige alte Dame rief bei der Polizei an, um sich nach möglichen Gewitterschäden in Düsseldorf - dem Wohnort ihrer Tochter - zu erkundigen. Dieses Telefonat war offenbar so amüsant, dass es Eingang in eine Sammlung im Internet fand. Dort stöberten es vermutlich auch die Betreiber auf, die nun saarländische Verbraucher mit einer „Handy-Rückruf-Abzocke“ in Aufregung versetzen.
Bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes meldete sich ein Handy-Benutzer, der auf eine Abwesenheitsmeldung auf seinem Diensthandy hin die angegebene Nummer zurückgerufen hatte - und mit einer aufgeregten, älteren Dame verbunden wurde, die aber auf seine Einwürfe nicht reagierte.
Beim zweiten Anruf, den er aus Sorge tätigte, hörte er allerdings die gleichen Worte:“ Ich bin 99 Jahre alt, meine Tochter wohnt in Düsseldorf. Ich muss wissen, ob dort Gewitter ist.“ Da wurde dem Anrufer klar, dass er mit einem Tonband verbunden war und zugleich stellte er fest, dass er auf eine 0190er Nummer hereingefallen war (0190 804438).
Bei der Verbraucherzentrale gingen noch weitere Reklamationen betreffend die Gewitteroma ein.
Bei dieser Art von Anrufen klingelt das Handy in der Regel nur einmal. Auf dem Display erscheint dann „Anruf bei Abwesenheit“. Die Handybesitzer drücken dann auf die Rückruftaste, um den vermeintlich entgangenen Anruf aufzunehmen.
Leider wurden Preisansagen im Mobilnetz erst am 1. 8. Pflicht. Ein Testanruf der Verbraucherberaterin aus dem Festnetz erfolgte mit Preisansage - 1 Euro 86 pro Minute.
Silke Schröder von der Verbraucherzentrale des Saarlandes e.V. gibt daher die Empfehlung, unbekannte Nummern möglichst gar nicht zurückrufen. Auf jeden Fall aber genau aufs Display schauen und sich nicht durch die Ländervorwahl 0049 irritieren lassen. Der Trick mit der „Gewitteroma“ hat offenbar funktioniert - und der nächste folgt mit Sicherheit. Wenn man also das Gefühl hat, beim Gegenüber handelt es sich um ein Band - sofort auflegen. Eine Information an die Verbraucherzentrale wäre auch nicht schlecht. Nur so können die miesen Tricks möglichst schnell aufgedeckt werden.

