Die groß angelegte Bandenkriminalität scheint jetzt auch im Saarland angekommen zu sein. In der Verbraucherzentrale des Saarlandes meldete sich dieser Tage ein Kunde, der einem raffinierten Betrüger zum Glück nicht auf den Leim gegangen ist : Der Kunde hatte in der FAZ –also überregional – eine hochwertige Immobilie zum Kauf angeboten. Einige Tage später erhielt er den Anruf eines „Interessenten“ mit italienischem Akzent und einer österreichischen Vorwahlnummer. Der Mann fragte zunächst, ob es bereits andere Anrufe aus Italien gegeben habe, da sein „Auftraggeber“, ein Scheich aus Dubai, ständig nach Immobilien und Investitionsmöglichkeiten in Europa , vor allem in Deutschland suche. Im Laufe des Gesprächs bat er dann den Verkäufer, Bilder von der Immobilie zu mailen und ihn anschließend anzurufen. Der Verkäufer tat wie ihm geheißen, rief an – und hörte Kindergeschrei im Hintergrund, was eher auf „Heimarbeit“ schließen ließ. Bevor der „Interessent“ am nächsten Tag zurück rief, fiel dem Verkäufer ein Artikel im Spiegel in die Hand, wo ähnliche „Geschäftsmethoden“ geschildert wurden. Hellhörig geworden, ging er am nächsten Tag zum Schein auf weitere Verhandlungen ein. So sollte er zur Geschäftsabwicklung nach Mailand reisen, da niemand – und schon gar nicht der Scheich – Zeit habe, dafür nach Deutschland zu kommen. 50.000 Euro „Vermittlungsgebühr“ sollte der Hausbesitzer gleich mitbringen. „Die werden dann steuerfrei verrechnet“. Als der Kunde der Verbraucherzentrale darauf bestand, das Geschäft auf deutschem Boden und mit einer deutschen Bank abzuwickeln, legte der „Interessent“ wortlos auf und meldete sich nie wieder.
Sicherlich kein alltäglicher Fall für die Verbraucherzentrale, weil Besitzer hochwertiger Immobilien nicht unbedingt zu ihren Kunden gehören. Dennoch scheint es wichtig, auf diese neue Art der Kriminalität hinzuweisen. Denn wäre es zu einem Geschäftsabschluss gekommen, wie ihn der Interessent vorgeschlagen hatte, wäre der Hausbesitzer mit einem Koffer voller falscher Banknoten von Mailand zurückgekehrt und hätte sich damit in der Gesellschaft von rund 500 wohlhabenden Deutschen befunden, die bereits auf diese Spielart der Bandenkriminalität hereingefallen sind.
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