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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Saarland

29.12.2004
Der Faxe-Versender „Aldi, Lidl & Co.“ gibt nicht auf
- anscheinend ein lukratives Geschäft

Vor gut einem Jahr wurde die Verbraucherzentrale des Saarlandes auf die vermeintlich verbraucherfreundlichen Angebote des Verlages „für neue Perspektiven in Leben und Beruf“ aufmerksam: Per Faxabruf bot der „Verlag“ Informationen darüber an, welche Markenhersteller hinter den No-Name-Produkten bei Aldi und Lidl stehen.
Doch wer darauf eingeht, erhält die Faxe nur im Schneckentempo.
Damals warnte die Verbraucherzentrale vor der kostspieligen Nutzung des Faxabrufes.
In diesem Jahr hatte sich der „Verlag“ einen neuen Trick ausgedacht. Die Verbraucher erhielten Faxe, die den Anschein erwecken, versehentlich fehlgeleitet worden zu sein. Es werden Geschichten von privaten Einladungen erzählt und wie viel doch gespart werden könnte, wenn die bei der Feier verwendeten Produkte in vergleichbarer Qualität bei Aldi, Lidl und Co. gekauft werden.
Doch Vorsicht, so die Verbraucherzentrale, denn diese Faxnachrichten haben das Ziel, Neugierde beim Empfänger zu wecken und ihn so zum Abruf der kostenpflichtigen Seiten zu bewegen.
Nun hat ein Versender ein neues Fax in den Umlauf geschickt. Hier wird ein vermeintlicher Zeitungsartikel mit der Überschrift „Billigprodukte sind häufig Qualitätsware“ und ein zusätzlicher handschriftlicher Vermerk „ Hallo Sabine, hier der versprochene Zeitungsartikel. Mir hat die Liste unheimlich geholfen. Liebe Grüße Gudrun“ als anscheinend fehlgeleitetes Fax an die Verbraucher geschickt.
Ob es sich hierbei wieder um den Verlag für neue Perspektiven in Leben und Beruf handelt, ist dem Fax nicht zu entnehmen.
Allerdings geht es immer darum, wieder per Faxabruf die Aldi- und Lidllisten anzufordern, angeblich zum Normaltarif. Dies gilt allerdings nur für den ersten Faxabruf. Bei diesem erhält der Verbraucher dann weitere allgemeine Infos zu den Billigprodukten und den Hinweis zu dem Faxabruf der Aldi, Lidl & Co. Listen, die für 1,89 Euro/ Minute abgerufen werden können und 12 Seiten umfassen.

Doch auch dieser Faxabruf kommt nur mit langen Atempausen Blatt für Blatt. Diese Erfahrung sammelte zumindest Herr M. aus Saarbrücken. Auch Familie M. erhielt das vermeintlich fehlgeleitete Fax, in der Gudrun der Sabine einen Presseartikel mit Berichterstattung zu den Listen von Aldi, Lidl & Co. zusendet.
Frau M. aus Saarbrücken sagte daraufhin zu Ihrem Mann „Das wäre doch auch etwas für uns.“ Gesagt, getan und so betätigte Herr M. den Faxabruf.
Noch voller Vorfreude auf die zu erwartende Information trat bei Herrn M. alsbald die Ernüchterung über die anscheinend unendliche Dauer des Faxabrufes ein. Nach neun Seiten gab Herr M. auf und zog den Stecker des Faxgerätes aus des Stromversorgung. Die anschließende Telefonrechnung brachte die Überraschung. Diese neun Seiten haben Familie M. nun 51,- Euro an Gebühren beschert.

Daher nochmals der Rat der Verbraucherzentrale des Saarlandes:
Lassen Sie sich nicht von den Faxen in die Irre führen. Hier verdient der Anbieter nicht unbeträchtlich an den Gebühren der 0190-Nummern. Ganz zu schweigen von dem tatsächlichen Nutzen der so angepriesenen Listen!


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland, Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link197024A.html