Immer wieder treffen bei den Verbrauchern unterschiedliche Faxwerbungen ein.
Inzwischen wird per Fax auch der Erhalt eines Doktortitels ohne Abitur und Studium beworben.
Auch der Erwerb von Professuren soll danach möglich sein.
Für ein entsprechendes Angebot soll der Faxempfänger umfangreiche Daten angeben.
Sämtliche persönliche Daten vom Namen, Geburtsdatum, Beruf und Telefonnummer werden abgefragt.
Damit haben die Empfänger schon mal eine umfangreiche Datensammlung, die möglicherweise für weitere Werbezwecke Verwendung findet, so Silke Schröder, Beraterin, bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes e.V.
Wer dennoch seine persönlichen Daten angibt und an den Versender faxt, kann zunächst erfahren, was für Unterschiede es bei einem Doktortitel gibt.
In dem darauf folgenden Angebot des Faxversender erfährt man, dass eine britische Überseeuniversität Ehrendoktor und Ehrenprofessor-Titel vergibt.
Mit dem Doktor oder Professor „honoris causa“ würden keine Rechtfertigungs-probleme bestehen. Wenn eine in der EU-zugelassene Universität eine Person entsprechend benennt, so habe sie es verdient. Ganz gleich, ob dort ein Vortrag gehalten wurde, eine Arbeit über ein Fachgebiet eingereicht wurde oder ganz generell die Leistungen gewürdigt wurden.
Die Bearbeitungszeit für die Verleihung beträgt 4-6 Wochen.
Der Titel wird wie folgt getragen: Dr. h.c. Hans Mustermann.
Ganz einfach durch eine Spende an die entsprechende Universität könne ein Titel erlangt werden.
Für einen Ehrendoktortitel sind 3.800 Euro und für einen Ehrenprofessorentitel 4.800 Euro aufzubringen. Dazu wird noch ein kurzer Lebenslauf benötigt, damit die entsprechenden Lebensleistungen und Berufserfahrungen gewürdigt werden können.
Für diejenigen denen Britisch Übersee zu weit entfernt ist und ein h.c. – also der Ehrentitel - nicht den Vorstellungen entspricht, hat der Faxversender ebenfalls eine Lösung parat.
Hier soll ein Titel von einer staatlichen Universitäten Osteuropas Abhilfe schaffen.
Ein Doktortitel für 14.800 und ein Professor Titel für 15.500 Euro und ein Honoris-Causa Titel kostet dort 9.800 Euro. Die Bearbeitungszeit soll 2-3 Monate betragen.
Noch etwas kostspieliger wird es, möchte der Interessent einen Titel durch eine eigene wissenschaftliche Arbeit erwerben.
Hier kann beim Vorliegen eines abgeschlossenen Studiums, ein Doktorvater in den neuen EU-Beitrittsländern (Polen, Tschechien, Ungarn) vermittelt werden.
Hier soll man in 6 Monaten und mit 2-3 Universitätsbesuchen zum Doktortitel kommen.
Kosten: 25.000 Euro.
Ob tatsächlich auch ein Doktortitel – welche Art auch immer – beim Besteller eintrifft bleibt offen.
Verbraucher, die sich auf solche Angebote einlassen, geben zunächst umfangreiche persönliche Daten preis und müssen oben drein viel Geld ausgegeben.
Die Verbraucherzentrale des Saarlandes e.V. empfiehlt, sich gut zu überlegen, ob man tatsächlich so umfangreiche persönliche Daten preisgeben will und an Unbekannte derart hohe Summen mit ungewissem Ausgang zahlt.
Ganz abgesehen von den Inhalten, verstoßen die Faxversender gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, wonach Faxwerbung eine unzumutbare Belästigung darstellt soweit dazu nicht das Einverständnis des Verbrauchers vorliegt.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
