Mit mehr als 66.000 Verbraucherkontakten hat die saarländische Verbraucherzentrale 2004 einen weiter gestiegenen Zuspruch in der Bevölkerung erfahren. Inhaltlich waren private Altersvorsorge, Tele-kommunikation sowie Verbraucherinsolvenz die dominierenden Themen.
Die aktuellen Reformen in unserer Gesellschaft bedeuten für die Bürger mehr Eigenverantwortung und mehr Entscheidungsmöglichkeiten. Das ist gut für den Wettbewerb – doch vielen Menschen fällt es zunehmend schwer, zwischen Berufs-tätigkeit, Kindererziehung, Verein, Arzt und anderen Terminen auch noch die Zeit aufzubringen, um das „Angebotsdickicht“ unserer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft zu durchdringen.
Auch 2004 hat daher die Nachfrage nach einer unabhängigen Beratung bei der Verbraucherzentrale zugenommen. Über 66.000 Verbraucherkontakte – Anfragen per Telefon, im Internet sowie persönliche Beratungsgespräche – wurden 2004 verzeichnet (gegenüber ~ 59.000 im Jahr 2003). Dies entspricht einem Plus von 12%.
Besonders gefragt waren Beratungen zur privaten Altersvorsorge und Gesundheitsreform. Der Ärger mit betrügerischen Dialern im Internet sowie Abzocke per Telefon, Handy oder Fax spielte ebenfalls eine große Rolle bei den Beratungen. Sorgen bereiteten den Verbrauchern auch die Preissteigerungen bei Strom und Gas.
Zunehmend dringender wird das Problem der Überschuldung.
Bei der Schuldnerberatung der saarländischen Verbraucherzentrale ist 2004 die Zahl der Hilfesuchenden um rund 20 Prozent gegenüber 2003 gestiegen. Bei Jugendlichen beruht die anwachsende Verschuldung oft auf teuren Downloads von Klingeltönen und Logos für das Handy. Die Verbraucherzentrale hat 2004 in Veranstaltungen speziell für Kinder und Jugendliche vor diesen Gefahren gewarnt. „Finanzielle Allgemeinbildung gehört in den Unterricht der Schulen“ sagt Jürgen Zimper, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, in diesem Zusammenhang.
„Wenn viele Kinder dieses Grundwissen nicht mehr in der Familie erwerben, müssen sie die Chance dazu in der Schule bekommen“, führt er aus.
In einer Informationsoffensive im Rahmen ihrer Projekte „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ und „Sozialer Verbraucherschutz“ (gefördert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz sowie dem Saarländischen Sozialministerium) hat die Verbraucherzentrale 2004 versucht, stärker auch einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen zu erreichen.
Prävention stand auch bei der Ernährungsberatung ganz oben, insbesondere bei der Vorbeugung von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen über Aufzeigen von Alternativen.
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