Die Werbung
Der Preis zum Wundern wird mit dem angeblichen gesundheitlichen Nutzen erklärt. Dabei zielen die Anbieter auf weit verbreitete Zivilisationsbeschwerden wie Gicht und Bluthochdruck. Ebenso angeführt wird Entschlackung und Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Die Firmen behaupten, das Salz aus der Hochgebirgs-Region enthalte alle 84 Elemente, aus denen die Erde und der Mensch bestehe. Dadurch leiste es einen wesentlichen Beitrag zur Mineralstoffversorgung. Außerdem habe das Salz dieselben energetischen Schwingungen wie der menschliche Organismus und entschlacke die Körperzellen.
Die Wirklichkeit
Wie bei vielen solcher Produkte mit dem Versprechen, die Gesundheit zu fördern, gilt auch für Himayala-Salz:: Die Wirkung ist unbewiesen, und einige der Argumente, die aus Sicht der Firmen für den Verzehr sprechen, sind wissenschaftlich unhaltbar.
Das Salz, auch als Ursalz, Karakorum- oder Kristallsalz im Handel, stammt ebenso wie das mitteleuropäische aus Urmeeren. Es besteht zu zirka 97 Prozent aus Natriumchlorid (Kochsalz). Europäisches weist einen Kochsalzgehalt von rund 98 Prozent auf. Als einzigen Unterschied zu herkömmlichem Speisesalz hat das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein etwas breiteres Mineralstoffspektrum ausgemacht. Allerdings fand das Amt statt der zugesagten 84 nur acht Mineralstoffe - und die meisten nur in minimalen Spuren. So erweist sich die Werbung "reich an Mineralstoffen" schlicht als falsch. Mit Ausnahme von Natrium und Chlorid wird der tägliche Bedarf keinesfalls gedeckt. Außerdem: Deutschland zählt zu den Gebieten mit Jodmangel. Deshalb schneidet mit Jod angereichertes Standard-Speisesalz im gesundheitlichen Vergleich zu Himalaya-Salz wegen des höheren Jod-Gehalts besser ab.
Anbieter empfehlen, Himalaya-Salz morgens als Sole (Salz in Wasser aufgelöst) zu trinken. Das soll den Säure-Basen-Haushalt des Körpers ausgleichen. Doch den reguliert der Organismus selbstständig. Der Rat, mittels Sole erhöhten Blutdruck zu senken, ist gesundheitlich höchst bedenklich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, aus Lebensmitteln und Speisesalz zum Würzen täglich sechs Gramm Salz aufzunehmen. Da diese Menge ohnehin oft überschritten wird, ist der zusätzliche Konsum von Himalaya-Salz nicht ratsam.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen herkömmlichen Speisesalz und dem Himalaya-Salz: die Transportwege. Der Himalaya ist einige tausend Kilometer weiter entfernt als beispielsweise die Saline in Bad Friedrichshall. Die Verbraucherzentralen vergeben deshalb die Umweltnote: Ungenügend.


