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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Saarland

10.08.2005
Rätsel Kotelett -
Marktcheck ergibt fehlende Transparenz in Sachen Tierhaltung

Forderung nach Kennzeichnung der Haltungsform zugunsten des tiergerechten Einkaufs von Fleisch

Forderung nach Kennzeichnung der Haltungsform zugunsten des tiergerechten Einkaufs von Fleisch


Das Preisbewusstsein der Verbraucher beim Fleischeinkauf wird häufig kritisiert. "Billigpreis-Kampagnen gefährden Tierschutzstandards" so klagte vor ein paar Tagen der Deutsche Bauernverband und forderte die Verbraucher auf, bereit zu sein einen höheren Preis zu zahlen. „Doch die Verbraucher haben praktisch keine Möglichkeit, sich beim Einkauf für mehr Tierschutz durch artgerechte Haltung und damit für eine bessere Qualität zu entscheiden“, sagt die Ernährungsberaterin von der Verbraucherzentrale Saarland.
Dies belegt eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentralen in den Bundesländern Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig Holstein, bei der 44 Kotelettangebote aus den Selbstbedienungstheken eingekauft wurden. Die Preise für das Fleisch schwankten zwischen 2,47 und 7,99 Euro pro Kilo, ohne dass nennenswerte Qualitätsunterschiede für Verbraucher erkennbar waren. Angaben zur Haltungsform gab es gar nicht, stattdessen täuschen mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Anbieter mit bunten Bildern einer "ländlichen Idylle" (kurioserweise auch von weidenden Rindern auf der Verpackung von Schweinekoteletts) über die wahren Bedingungen im Schweinestall hinweg. In Hamburg waren es sogar 50 Prozent.
Warum sollen Konsumenten einen hohen Preis bezahlen, wenn sie nichts über Qualität, Regionalität und Tierhaltung wie beispielsweise Stroheinstreu in den Ställen, Möglichkeiten zum Auslauf, Tageslicht, Arzneimitteleinsatz oder tiergerechtes Verhalten der Schweine (beispielsweise Bewegungsmöglichkeiten und Wühltrieb) erfahren? Auch der landwirtschaftliche Erzeugerbetrieb bleibt anonym, meist steht nur der Abpackbetrieb auf der Verpackung, etwa "Wal Mart" oder "Kaufhof AG". Schweinefleisch ist zu einer Massenware geworden. Selbst Angaben wie „Aus kontrollierter Aufzucht“ oder „QS“ in Verbindung mit Landwirtschaft und Tierschutz geben keine hilfreichen Informationen, da die Haltungsbedingungen im Dunkeln bleiben. Damit ein tierfreundlicher Einkauf stattfinden kann, fordern die Verbraucherzentralen eine Kennzeichnung der Haltungsform - wie bei den Eiern, damit Fleisch aus tiergerechter Haltung von Massenware unterschieden werden kann und dem Verbraucher nicht nur der Preis als Kaufkriterium bleibt.

Saarbrücken, den 10.08.05

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland, Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link234102A.html