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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Saarland

15.03.2006
Pressemitteilung zum Weltverbrauchertag
- Volltreffer mit fairem Fußball

Fußball begeistert Millionen von Menschen. Es wird jedoch nicht immer fair gespielt: Noch 1996 nähten in Pakistan Frauen und Kinder die Bälle in mühevoller Heimarbeit zusammen, und dies zu einem Lohn, der kaum für den Lebensunterhalt ausreicht. Acht von zehn Fußbällen weltweit werden hier hergestellt. Deshalb hat 1998 die Importorganisation gepa den Fairen Ball ins Spiel gebracht. Diese Fußbälle werden nicht nur garantiert ohne Kinderarbeit produziert, sondern bieten auch die im Fairen Handel üblichen Konditionen: Angemessene Entlohnung, Darlehensprogramme, Gesundheitsversorgung und Sozialversicherungsfonds. Zudem wurden bisher 43 dörfliche Nähzentren eigens für Frauen errichtet. Durch die höheren Löhne werden die Frauen unabhängiger und die Kinder sind nicht mehr gezwungen, zum Familienunterhalt beizutragen und haben so die Chance auf eine Schul- und Berufsausbildung.
Der weitere Erfolg der Initiative steht und fällt jedoch mit der Anzahl der Bälle, die zu fairen Bedingungen genäht und über den Fairen Handel in Europa vertrieben werden. Auch in Zeiten zwischen den Weltmeisterschaften sind Faire Bälle die Alternative. Auch wenn Markenhersteller versuchen, Kinderarbeit abzuschaffen, müssen vor allem bei Billig- und Werbebällen Kinder mit nähen. Und Bälle aus China werden häufig unter massiver Verletzung arbeitsrechtlicher und sozialer Kriterien produziert.

Jürgen Zimper von der Verbraucherzentrale Saarland erinnert am Weltverbrauchertag, dem 15. März daran, dass die Verbraucher durch ihr Einkaufsverhalten einen großen Einfluss ausüben können. Das Beispiel der Fairen Bälle in Pakistan hat gezeigt, dass die Wahl der Produkte eine unmittelbare Konsequenz für die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern hat.

Die Produktpalette an Fair gehandelten Produkten ist vielfältig. Kaffee, Tee, Gummibärchen, Textilien oder Schmuck gibt es in Eine-Welt-Läden, Naturkostläden und in gut sortierten Supermärkten zu kaufen. Erkennen kann man diese Produkte am „TransFair - Siegel“. Die Preise von Produkten aus fairem Handel sind zwar etwas teurer, aber man kann dadurch beim Einkaufen die Welt fair-ändern.

Lokale Bezugsadressen erfahren Sie bei der Verbraucherzentrale in Saarbrücken und in den Beratungsstellen Dillingen, Merzig und Neunkirchen.

Für Schulklassen bietet die Verbraucherzentrale das kostenlose Seminar „Schokologie: immer fair bleiben beim Naschen“ an.

Der Weltverbrauchertag
Erstmalig gefeiert wurde der Weltverbrauchertag am 15. März 1983. Ursprung ist die Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15. März 1962 in einer Rede vor dem amerikanischen Kongress erstmalig vier grundlegende Rechte der Verbraucher formulierte. Als sogenannte "Grundrechte" der Verbraucher bezeichnete er:
- das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte
- das Recht auf umfassende Information
- das Recht auf freie Wahl
- das Recht, gehört zu werden.

Diese Grundrechte wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Verabschiedung der Guidelines for Consumer Protection 1985 (1999 noch einmal aktualisiert) erweitert um:
- das Recht zur Befriedigung der Grundbedürfnisse
- das Recht auf Entschädigung
- das Recht auf Verbraucherbildung
- das Recht auf eine intakte Umwelt
- das Recht auf politische Interessenvertretung

Seitdem nutzen die Verbraucherverbände weltweit diesen Tag, kritisch Bilanz zu ziehen und ihre Interessen öffentlich zu machen.


Weitere Informationen: Verbraucherzentrale in Saarbrücken, Trierer Straße 22, Tel. 0681 – 500 89 0



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland, Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link237082A.html