Mit fast 69.000 Verbraucherkontakten im Berichtsjahr hat die saarländische Verbraucherzentrale erneut einen gestiegenen Zuspruch in der Bevölkerung erhalten. Die Vielfalt der Beratungs-inhalte blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert hoch; gleichwohl haben sich einzelne Schwerpunkte herausgebildet.
Die dominierenden Themen waren steigende Strom- und Gaspreise, Telekommunikations- und Internetdienste, Vogelgrippe, Gewinn-spiele, Verbraucherinsolvenz sowie private Altersvorsorge.
„Das Vertrauen und die Wertschätzung, die ihr die Ratsuchenden entgegen-bringen, sind für die Verbraucherzentrale des Saarlandes auch für die Zukunft Verpflichtung und Motivation zugleich, unverändert und engagiert Informationen und Service bürgernah anzubieten“, sagte Geschäftsführer Jürgen Zimper zu Beginn der Präsentation des Geschäftsberichts 2005.
Die Reformen in unserer Gesellschaft bringen mehr Wahlmöglichkeiten aber auch mehr Eigenverantwortung. Vielen Menschen fehlt zunehmend Zeit, Geduld und Sachverstand, die zahlreichen Angebote unserer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft kritisch zu beurteilen und persönliche Ent-scheidungen zu fällen. Da ist guter Rat teuer.
Auch 2005 hat daher die Nachfrage nach einer unabhängigen Beratung bei der Verbraucherzentrale zugenommen. Fast 69.000 Verbraucherkontakte – Anfragen per Telefon, im Internet sowie persönliche Beratungsgespräche – wurden 2005 verzeichnet. Dies ist ein Zuwachs von 4,5% gegenüber dem Vorjahr.
Besonders gefragt waren Beratungen zur privaten Altersvorsorge.
Der Ärger mit betrügerischen Dialern im Internet sowie Abzocke per Telefon, Handy oder Fax spielten weiterhin eine große Rolle bei den Beratungen.
Groß waren die Sorgen über die Preissteigerungen bei Strom und Gas. Die Verbraucherzentrale hat für die bei ihr reklamierenden Energiekunden ein Musterschreiben entwickelt als Protest gegen die laufenden Verteuerungen; diese sollten nur unter Vorbehalt akzeptiert werden.
Insbesondere häuften sich Beschwerden über aggressive Verkaufsmethoden der Telekommunikationsanbieter. „Cold Calls“ und unerwünschte Vertragsab-schlüsse sind Beispiele aus dem breiten Reklamationsbereich dieser Branche.
Eng verwandt mit diesen Verkaufsstrategien sind die unzähligen Varianten von Gewinnspielen und vermeintlichen Gewinnauslobungen, mit denen die Verbraucher überhäuft wurden.
Bei der Schuldnerberatung ist die Zahl der Hilfesuchenden weiter gestiegen. Bei Jugendlichen beruht die anwachsende Verschuldung oft auf teuren Downloads von Klingeltönen und Logos für das Handy.
Prävention und Alternativen standen auch bei der Ernährungsberatung ganz oben, insbesondere bei der Vorbeugung von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen.
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