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Beratungsstellen

Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Saarland

25.06.2007
Verbraucherschutz hat Hochkonjunktur
Verbraucherzentrale des Saarlandes legt Jahresbericht 2006 vor

Mit rund 70.000 Verbraucherkontakten im Berichtsjahr hat die saarländische Verbraucherzentrale erneut einen gestiegenen Zuspruch in der Bevölkerung erhalten. Die Vielfalt der Beratungs-inhalte blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert hoch; einzelne Schwerpunkte sollen beispielhaft genannt werden.
Die dominierenden Themen waren steigende Strom- und Gaspreise, Telekommunikations- und Internetdienste, gefolgt von den Gewinnspielen. Neu waren Interventionsangebote bei Mobilitäts-dienstleistern.

Gerade die vergleichsweise noch jungen Märkte sorgten im Berichtsjahr 2006 für eine ungebrochen hohe Beratungsnachfrage. So suchten rund 70.000 Saarländerinnen und Saarländer Kontakt zu einer der vier Verbraucherberatungsstellen. Zudem informierten sich rund 210.500 Besucher im Internet der saarländischen Verbraucherzentrale über Lösungsmöglichkeiten für ihre Verbraucherprobleme. Hier zeigt sich der Vorteil des Verbundes aus acht Verbraucherzentralen, die unter redaktioneller Führung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bundesweit gemeinsame und zusätzlich landesspezifische Verbraucherinformationen anbieten.

Hinzu kommen noch 3.000 Kontakte der mit dem Sozialverband VdK Saarland gemeinsam getragenen Patientenberatung, seit 2006 in dem neuen UPD-Verbund (UPD heißt „Unabhängige Patientenberatung Deutschland“).
Dies entspricht bei beiden Institutionen zusammen gegenüber dem Vorjahr ein Plus an Kontakten von 6 %.

Unübersichtliche Angebote und aggressives Marketing von Telefonanbietern haben im Berichtsjahr für viel Verärgerung in der saarländischen Bevölkerung gesorgt.

So haben sich Verbraucher häufig beschwert über unerwünschte Anrufe, sogenannten „Cold Calls“ von im Auftrag der Telefonanbietern arbeitenden Call-Centern, wo sich die Angerufenen bereits bei Interesse in neuen Verträgen wiederfanden. Hier fehlt es schlichtweg an wirksamen Regelungen um dieser Unsitte endlich Einhalt gebieten zu können.
Aber auch mit als Lockangebote getarnte Internetdiensten wurde versucht Verbraucher jeglichen Alters über den Tisch zu ziehen. So haben die Firmen Internetservice AG (www.lebensprognose.de), A&M Schmidtlein GbR (www.hausaufgaben-heute.com) oder Verimont (www.simsen.de) mit „Gratis-Online-Zeit zum Testen“ oder mit einem verlockenden Gewinnspiel geworben. Tatsächlich wurde aber abkassiert. So stellte sich der Zugang zu diversen Homepages schnell als kostenpflichtiges Abonnement heraus. Leider und davor kann nicht genug gewarnt werden, geben Verbraucher allzu schnell ihre persönlichen Daten preis und zeichneten sich allzu vorschnell mit den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ durch ein gesetztes Häkchen einverstanden. Bei der Prüfung stellte sich heraus, dass aufgrund von Verstößen gegen die Preisangabeverordnung oder wegen mangelnder Information über das Widerrufsrecht die Vertragsabschlüsse unwirksam waren und damit annulliert werden konnten.

Kabel Deutschland brachte ein neues Geschäftmodell auf den saarländischen Markt, nämlich Rundfunkempfang zusammen mit Internetzugang und -telefonie. Leider gab es sehr häufig technische Probleme, was zu einer Flut von Beschwerden führte. Zudem lies der Service zu wünschen übrig. „Hier wurde der zahlende Kunde als Testkunde missbraucht“, schimpft Geschäftsführer Jürgen Zimper.

Auch der anhaltend kräftige Anstieg der Energiepreise führte zu großen Kundenverärgerungen, gerade dann, wenn in den Märkten mit monopol-ähnlichen Strukturen die großen überregionalen Energieversorger an den knappen Ressourcen offensichtlich noch kräftig mitverdienten. Die von solchen Energieversorgern veröffentlichten Bilanzen wiesen glänzende Erfolgszahlen aus. Die Verbraucher fühlten sich verschaukelt und bemühten bundesweit die Gerichte.

Die saarländische Verbraucherzentrale informierte über die jeweiligen Vor- und Nachteile einer Zahlung des Erhöhungsbetrages unter Vorbehalt und der alternativen Verweigerung der Zahlung. Das am 14.06.2007 veröffentlichte BGH-Urteil zu Gaspreiserhöhungen, in dem es um die Frage ging, ob die Gaspreise einer sog. Billigkeitskontrolle nach § 315 BGB unterliegen, enttäuschte. Nach diesem Urteil könne die Angemessenheit der Preiserhöhung zwar überprüft werden. Eine Überprüfung der Angemessenheit des Preises insgesamt lehnte der 8. Zivilsenat jedoch ab.

Begleitend zu dieser Entwicklung empfahl die Verbraucherzentrale im Zuge ihrer intensiven Öffentlichkeitsarbeit verstärkt das Energieeinsparen und der Einsatz energieeffizienter Gerätetechnik als ein probates Mittel gegen steigende Energiekosten und fortschreitendem Klimawandel.

Bekanntlich spielt der Faktor Mobilität im Arbeits- und Freizeitbereich eine immer größer werdende Rolle. Mit einem Modellprojekt hatte die saarländische Verbraucherzentrale Probleme bei Bahn- und Buskunden aufgenommen und zur Entwicklung von verbraucherfreundlichen Lösungen bei Anbietern interveniert. Beschwerden über Service und Auseinandersetzungen über das „erhöhte Beförderungsentgelte“ waren an der Tagesordnung. Angesichts der neuen Anbindung des Saarlandes an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz sieht die Verbraucherzentrale im öffentlichen Personennahverkehr mit mehr Kundennähe einen wichtigen Baustein für die Akzeptanz der Schienenangebote.

„Verbraucherschutz und Verbraucherberatung sind keine Nischenangebote, sondern Aufgaben mit gelebter Bürgernähe und klarer Zukunftsperspektive, die die Verbraucherzentrale auch gemeinsam mit dem Kooperationspartner Arbeitskammer des Saarlandes wahrnimmt“, so Wolfgang Krause, Vorstandsvorsitzender der saarländischen Verbraucherzentrale. „Mit dieser Arbeit positioniert sich die Verbraucherzentrale nicht nur regional, sondern auch grenzüberschreitend. Verbraucherschutz ist damit ein unverzichtbarer Wirtschafts- und Standortfaktor in unserer Großregion“, so ergänzend der Vorsitzende.
Dank kontinuierlicher Unterstützung der saarländischen Landesregierung, der Bundesregierung und der parteiübergreifenden Politik blickt die saarländische Verbraucherzentrale mit Zuversicht in die Zukunft. Auch die Kommunen und Landkreise im Saarland tragen mit Förderungen zum Erhalt des Leistungs-angebotes bei.

Die Dynamik der Märkte wird auch in Zukunft einen eher steigenden Bedarf an Verbraucherschutz und Verbraucherberatung nach sich ziehen, weiß die Verbraucherzentrale aus Erfahrung.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

TitelDok.-TypGröße
Verbraucherzentrale_Saar_Jahresbericht_2006Verbraucherzentrale_Saar_Jahresbericht_2006.pdf PDF2.45 MB


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland, Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link329762A.html