Ob Büropapier, Werbeblättchen oder Schulhefte - 2009 verbrauchte jeder Deutsche durchschnittlich rund 226 Kilogramm Papier. Und der Bedarf an frischen Fasern wächst. Da hierzulande relativ wenig Holz zu Papier verarbeitet wird, stammen über 80 Prozent des benötigten Zellstoffs aus Ländern wie Finnland, Brasilien Schweden oder Kanada. Und auch der Importteil von Zellstoff und Holz aus den Tropen nimmt zu. Wie viel Holz für die Herstellung nötig ist, verdeutlicht ein Beispiel: Allein für die Produktion der in Deutschland verbrauchten grafischen Papiere müsste jährlich ein Fläche, so groß wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg, gerodet werden. Papier sparen
Papier sparen ist der beste Wald- und Klimaschutz. Das gilt nicht nur für den eigenen Verbrauch, sondern auch für die Papierflut in Briefkästen und Faxgeräten. Tipps:
- Reklamesendungen können durch den Aufkleber "Keine Werbung einwerfen" am Briefkasten gestoppt werden. Diesen Aufkleber gibt es für 50 Cent in allen Beratungsstellen.
- Adressierte Werbung kann mit dem Vermerk "Annahme verweigert" zurückgeschickt werden. Auch durch eine Eintragung in die so genannte
"Robinson-Liste" beim DDV Deutscher Dialogmarketing Verband kann die Werbeflut eingedämmt werden. - Ungewollte Faxwerbung kann über einen Eintrag in eine entsprechende Robinson-Liste unterbunden werden.
- Beim Kauf von Druckern oder Kopierern sollte auf die automatische Duplexfunktion geachtet werden, die doppelseitiges Kopieren beziehungsweise Drucken ermöglicht.
- Sparsames Drucken verhilft zum papierlosen Büro – auch zu Hause. Und: Nicht jede E-Mail muss ausgedruckt werden!
- Einseitig bedrucktes Kopierpapier kann als Schmierzettel benutzt werden.
- Wer Zeitungen oder Zeitschriften gemeinsam mit Mitbewohnern abonniert, spart Papier und Kosten. Auch die Ausleihe von Büchern oder der Secondhand-Kauf und -verkauf helfen, den Papierverbrauch zu reduzieren.
Echtes" Recyclingpapier kaufen
Papier kann aus Zellstoff, gewonnen aus frischen Holzfasern, oder aus Altpapier hergestellt werden. Bei letzterem wird nicht nur der Rohstoff Holz eingespart, es wird auch nur halb soviel Energie und ein Drittel Frischwasser für die Produktion verbraucht. Was zugleich weniger Schadstoffe in Luft und Wasser bedeutet. Die alten Vorurteile gegenüber Recyclingpapier sind übrigens längst widerlegt. So eignet sich das Papier einwandfrei für Drucker und Kopierer, liefert eine gute Bildqualität und hat eine Lebensdauer von mehreren 100 Jahren.
Wer sich in Schreibwarengeschäften oder im Supermarkt auf die Suche nach Recyclingpapier macht, stellt sich mancherorts einer echten Herausforderung. Umweltfreundlich hergestelltes Papier im Kaufregal wird nicht nur immer seltener, auch so manches bunte Siegel hält nicht das, was es verspricht: Herstellerfirmen versuchen sich mit selbst geschaffenen Labeln ein umweltfreundliches Image zu geben. Tipps, "echtes" Recyclingpapier zu finden:
- Garantiert umweltfreundlich hergestellt sind Produkte, die das vom Umweltbundesamt vergebene Zeichen "Blauer Engel" tragen: Diese bestehen zu hundert Prozent aus Altpapier. Sie werden mit einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch sowie weniger Abwasserbelastung produziert als Papierprodukte aus Zellstoff. Auch die Zeichen "ÖKOPAplus" und "Klimaschutzpapier" stehen für 100 Prozent Altpapier.
- Einige firmeneigene "Umweltzeichen", die im Geschäft auf Papier angeboten werden, halten ökologisch nicht, was sie versprechen. Schreibwaren mit den Logos "Aqua Pro Natura", "Weltpark Tropenwald" oder "paper by nature" sind keine Materialien, die nur aus Altpapier bestehen, sondern werden aus frischen Fasern hergestellt. Vorsicht bei Papier ohne Hinweis auf den eingesetzten Rohstoff und das Bleichmittel. Und: Je weniger weiß ein Papier ist, desto geringer waren die Umweltbelastungen bei der Produktion!
- Qualitativ und oft auch preislich stehen Recyclingpapiere den Frischfaservarianten in nichts nach. Nicht nur Hefte, auch Mal- und Zeichenpapier, Blöcke, Ringbucheinlagen und Notizzettel gibt’s im recycelten Angebot. Der "Blaue Engel" ist auch auf Toilettenpapier, Küchentüchern und Tapeten zu finden.
- Das Angebot an Recyclingpapier im Einzelhandel ist stark zurückgegangen. Fragen Sie deshalb gezielt im Supermarkt nach und achten Sie auf zuverlässige Gütesiegel.
- Für Schulhefte aus Recyclingpapier sind Sammelbestellungen beim örtlichen Einzelhandel sinnvoll. Da winkt meist auch noch ein Rabatt!
Sortieren von Altpapier
Wer den eigenen Papierverbrauch reduziert, nur Produkte kauft, die zu hundert Prozent aus recyceltem Papier hergestellt sind, und zudem Altpapier für den Container sammelt, leistet gleich einen dreifach sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz. Damit möglichst viel Altpapier wiederverwertet werden kann, ist eine saubere und "richtige" Trennung wichtig.
Papierverpackungen, die den "grünen Punkt" tragen, gehören nur dann in die gelbe Tonne/den gelben Sack, wenn es sich um Verbundverpackungen, wie zum Beispiel Getränkekartons, handelt. Verbundverpackungen sind Papierverpackungen, die mit Kunststoff oder Kunststoff/Metall beschichtet sind. In die Altpapiersammlung hingegen gehören Papierverpackungen wie Packpapier, Eierkartons etc.
In die Papiertonne oder den Papiercontainer gehören:
- Zeitungen/Zeitschriften/Prospekte
- Schachteln aus Papier, Pappe und Karton (keine Verbundverpackungen)
- Lebensmittelkartons (keine Verbundverpackungen) wie Cornflakeskartons
- Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und Verwaltungen
- Schulmaterial aus Papier
- Broschüren/Bücher/Kataloge
- Unbeschichtetes Geschenkpapier
- Eierkartons
- Geschenkkartons
- Schuhkartons
- Blumenpapier
- Brötchentüte/Obstpapapiertüte
In die gelbe Tonne/den gelben Sack gehören:
- Saftkarton
- Milchkarton
- Suppentüten
In die Restmülltonne gehören:
- Alle verschmutzten Papiere
- Hygienepapiere wie Papiertaschentücher
- Tapeten
- Kohlepapiere
- Kleber enthaltende Papiere und Pappen
- Fotopapier, Fotos


