Direkt zum Inhalt
  • Seite drucken
  • Seite empfehlen
  • Warenkorb
  • Fragen zum Auftritt?
  • Tipps zur Schriftgrößenänderung

Zusätzlich zu diesem Thema
bieten wir Ihnen an:

Beratungsstellen

Ratgeber

Titelbild des Ratgebers zum Thema Antiaging- und Wellness-Präparate

Antiaging- und Wellness-Präparate


4,90 EURO
96 Seiten, Pocket-Format

Zum Ratgeber-Shop

Ergebnisse der

Stiftung Warentest

Salz in Lebensmitteln

Die größten Salzsünder

Multivitaminsäfte

Saftiger Flop

Tiefkühl-Nudelgerichte

Fertiggerichte besser als ihr Ruf

Präbiotika

Immer häufiger werden Lebensmitteln Inulin oder Oligofruktose zugesetzt. Diese Präbiotika finden sich in zahlreichen Produkten: in Milcherzeugnissen, Backwaren, Fruchtsäften, Müsliriegeln und Probiotika, aber auch ebenso in Säuglingsnahrung, Süßwaren, Nahrungsergänzungsmitteln oder Wurst. Präbiotika sind wasserlösliche, unverdauliche Ballaststoffe, sie gelangen in den Dickdarm und werden dort fast ausschließlich von Bifidobakterien als Nahrung genutzt. Präbiotika sollen so das Wachstum dieser günstigen Bakterien im Darm fördern, das von unerwünschten Bakterien hemmen und günstig auf die Regulierung der Darmtätigkeit wirken. Voraussetzung dafür ist ein regelmäßiger täglicher Verzehr einer Mindestmenge.

Ungeklärter Nutzen


Der langfristige gesundheitliche Nutzen von Präbiotika ist jedoch noch nicht umfassend geklärt, ebenso ob behauptete Wirkungen auf die Präbiotika-Natur zurückzuführen sind oder nicht vielmehr auf den Effekt, den Ballaststoffe generell haben, zum Beispiel auf die Darmflora und die Verdauung. Ballaststoffe haben weitere günstige Eigenschaften. So erhöhen sie das Sättigungsgefühl, fördern die Calciumaufnahme und führen zur Senkung der Blutfettwerte. Ob präbiotische Ballaststoffe hierbei eine besondere Wirkung erzielen, ist noch nicht sicher belegt.

Tagesmengen von 10-20 Gramm Präbiotika sind im Allgemeinen nebenwirkungsfrei. Bei empfindlichen Personen können allerdings schon weniger als 10 Gramm am Tag Blähungen oder Durchfälle auslösen, besonders bei der Aufnahme mit flüssigen Lebensmitteln.

Deklaration


Lebensmittelhersteller, die auf ihren Produkten mit "präbiotisch" ("prebiotisch"), "Inulin" oder "Oligofructose" werben, müssen in der Nährwerttabelle den Ballaststoffgehalt angeben. Wird das Wort "Ballaststoffquelle" benutzt, müssen mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, bzw. 1,5 Gramm pro 100 Kilokalorien (kcal) enthalten sein. Bei der Angabe "Hoher Ballaststoffgehalt" muss das Lebensmittel mindestens 6 Gramm Ballaststoffe in 100 Gramm, bzw. 3 Gramm pro 100 kcal aufweisen.

Neue Werberegeln seit 2010


Jede gesundheitsbezogene Werbung auf Lebensmitteln muss im Rahmen der so genannten Health-Claims-Verordnung speziell zugelassen sein. Nur wenn eine gesundheitsbezogene Aussage anerkannt ist und signifikante Mengen im Produkt enthalten sind, darf der Hersteller entsprechend werben. Dadurch sollen sich Verbraucher künftig auf die Wirkung, die auf der Verpackung versprochen wird, verlassen können. Deshalb steht auch die Werbung für Präbiotika auf dem Prüfstand.

Eine Werbeaussage zu Link öffnet in neuem FensterProdukten mit Betaglucan ist inzwischen wissenschaftlich überprüft und für richtig befunden worden: Lebensmitel, die für eine Aufnahme von mindestens 3 Gramm Hafer-Betaglucan pro Tag sorgen, dürfen zukünftig damit werben, dass das den Cholesterinspiegel senkt. Dadurch wiederum wird das Risiko für eine koronare Herzerkrankung verringert. Die EU-Regelung zu dieser Werbung steht noch aus.

Tipp: Eine reichliche Ballaststoffaufnahme ist für die Gesunderhaltung der Darmflora und zur Vermeidung von Darmträgheit sinnvoll. Dazu sind jedoch keine Präbiotika erforderlich. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, liefert eine Vielfalt von Ballaststoffen und kann daher wirkungsvoller sein als ein Lebensmittel mit zugesetztem Inulin oder Oligofructose.
Weitere Angebote zu diesem Thema finden Sie in der rechten Navigation.

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland e.V., Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link392441A.html