Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben eine Roaming-Verordnung beschlossen, um die hohen Kosten von Mobilfunkgesprächen im europäischen Ausland („Roaming“) zu senken. Die Verordnung tritt am 30. Juni in Kraft.
Bis spätestens 30. Juli 2007 müssen alle europäischen Mobilfunkanbieter ihren Kunden den neuen „Eurotarif“ anbieten. Er gilt in allen 27 EU-Staaten und schreibt zunächst Preisobergrenzen von maximal 49 Cent/ Minute zuzüglich MWSt für eigene Anrufe bzw. maximal 24 Cent zuzüglich MWSt. für angenommene Anrufe vor. In Deutschland sind dies 58,3 bzw. 28,6 Cent (jeweils einschl. 19 % MWSt.) in der Minute.
Wer nicht reagiert und über keinen speziellen Roaming-Tarif verfügt, wird automatisch umgestellt, kann den neuen Tarif aber erst ab 30. September 2007 nutzen. Für viele Urlauber, die im Juli und August verreisen, kommt diese „anbieterfreundliche“ Regelung leider zu spät.
Einige Anbieter wie beispielsweise T-Mobile, Callmobile und die klarmobil GmbH wollen schon vorher zum 1. Juli den neuen Eurotarif anbieten.
Zudem sieht die Verordnung vor, dass dem Kunden künftig bei jeder Einreise in ein EU-Mitgliedsstaat sofort und automatisch grundlegende Preisinformationen für seine Handy-Telefonate in diesem Land mit kostenloser SMS mitgeteilt werden.
Die Verbraucherzentrale Saarland begrüßt die seit Jahren überfällige Tarifabsenkung durch den europäischen Gesetzgeber als einen wichtigen Schritt für die Kundenorientierung im EU-Binnenmarkt und gibt weitere nützliche Tipps für das Telefonieren aus dem Urlaub:
- Sparweltmeister lassen sich auf dem Telefon im Hotelzimmer von Deutschland aus über günstige Call-by-Call Vorwahlen anrufen und teilen vorher per SMS die Hoteldurchwahl mit.
- Alternative: Wer statt zu telefonieren über den Hotelcomputer oder ein Internet-Cafe am Urlaubsort mailt, spart Kosten und kann schon während des Urlaubs die ersten Digital- oder Handy-Kamera-Fotos nach Hause schicken. Wichtig: das USB-Kabel für die Datenübermittlung zum Computer nicht vergessen!
- Im Vergleich zu Telefonaten sind Kurzmitteilungen (SMS) auch im Urlaub meistens günstiger.
- Die Datenübermittlung per Handy bei Versendung und Empfang von Mails kann sich im Urlaub schnell zur Kostenfalle entwickeln, da die Zusatzkosten im Ausland erheblich teurer sind. Wesentlich kostengünstiger ist auch hier der Datenversand über ein Internet-Cafe oder über den hoteleigenen internetfähigen Computer.
- Für den Fall des Verlustes sollte die 15-stellige IMEI-Nummer notiert sein. Sie befindet sich häufig unter dem Handy-Akku aufgeklebt oder wird mit der Eingabe Stern-Raute-06-Raute vom Handy angezeigt.
- Gleiches gilt für die Login-Daten für den Internetzugang zum Handy-Konto. Nur damit lässt sich die SIM-Karte des Handys sofort sperren. Die Sperrung kann auch über den Sperr-Notruf „+49 116 116“ oder über die Alternativrufnummer +49 30 4050 4050 erfolgen.
- Mehr Informationen zum telefonischen Sperren der SIM-Karte unter
http://www.sperr-notruf.de/ Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

