Es klingt zunächst unwahrscheinlich, dass der Kauf des eigenen Handy etwas mit den Kriegen und Krisen in Afrika zu tun haben könnte. Informationen zu diesem Sachverhalt dringen nur sehr verhalten an die Öffentlichkeit. Aber tatsächlich haben unsere persönlichen Konsumentscheidungen nachhaltige Auswirkungen auf politische und gesellschaftliche Vorgänge in der ganzen Welt.
Coltan ist ein hochwertiges und seltenes Erz, das für die Herstellung von Mikrochips in elektronischen Geräten wie Handys und Computern von Bedeutung ist; es kommt zu einem großen Anteil (80%) aus Zentralafrika. Über den Erzabbau im Kongo finanzieren verschiedene politische Gruppierungen ihren Kampf gegeneinander. Seit dem Beginn des Coltan-Abbaus in der Demokratischen Republik Kongo sind immer wieder Soldaten aus den Nachbarstaaten Uganda, Ruanda, Simbabwe, Angola und Namibia sowie zahlreiche Rebellentruppen aus dem Kongo selbst in den Osten des Landes eingefallen, um ihre politischen Zielsetzungen zu finanzieren. Dabei wurden innerhalb von vier Jahren ca. 3-4 Millionen Menschen ermordet, während gleichzeitig der Weltmarktpreis für das Kilogramm Coltan auf atemberaubende 400 Dollar gestiegen ist. Nirgendwo sonst in der Welt leiden die Menschen so unter ihrem Rohstoffreichtum!
Der Vortrag soll die SchülerInnen am Beispiel des Coltan-Abbaus zur Handyproduktion für die eigene Verantwortung im Umgang mit Konsumgütern sensibilisieren.
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