Auf erfreulich große Resonanz ist kürzlich ein Vortrag der Verbraucherzentrale während der Umweltmesse in Saarbrücken gestoßen. Der Architekt Reinhard Maria Schneeweiß referierte als Energieberater der Verbraucherzentrale über das Thema "Fenster-Erneuerung - Folgeschäden vermeiden". Schneeweiß erläuterte, dass die Dämmwirkung des Glases (Ug)nicht mit der Dämmwirkung des Fensters als Ganzes (Uw)gleichzusetzen ist. Dabei ging er zunächst auf die verschiedenen Angebote am Markt ein: Zwei- und Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit unterschiedlichen Edelgasfüllungen, Einfluss der Rahmen-Materialen Holz, Aluminium, Kunststoff auf den Wärmedurchgangskoeffizienten. Auch der mögliche Aufbau des Glasrand-Verbundes hat erheblichen Einfluss auf den Wärmedämm-Effekt neuer Fenster. In vielen Fällen wünschen Häuslebauer aus ästhetischen Gründen Fenster mit Sprossen, die allerdings die Dämmwirkung des Fensters wesentlich verschlechtern können. Schneeweiß verglich in diesem Zusammenhang die wärmetechnischen Auswirkungen mehrerer Alternativen der optischen Gestaltung.
Neben den Ausführungen über die Auswahl energieeffizienter Fenster, widmete der Energieberater der Verbraucherzentrale sich ausführlich den Hinweisen zum sachgerechten Einbau neuer Fenster. Dabei legte Schneeweiß besonderen Wert auf die Situation Betroffener, die ihr Haus peu a peu sanieren wollen. Aus seiner Beratungstätigkeit bei der Verbraucherzentrale sind dem Fachmann immer wieder ähnliche Situationen bekannt: Zuerst sollen die Fenster erneuert werden, später - evtl. erst mehrere Jahre im Nachhinein - steht die weitere Sanierung der Fassade an. Für solche Sanierungsvorhaben empfiehlt der Energieberater, die Fenster außenbündig an der alten Fassade anzubringen und den Zeitraum zwischen Fenstersanierung und Wärmedämmung möglichst kurz zu halten. Nur so kann bei der weitergehenden Sanierung auf Dauer eine optimale Wärmedämmung erzielt werden.
Aktuell kann auch die Fenstererneuerung als Einzelmaßnahme im CO2-Sanierungsprogramm in Höhe von 5 % der Investitionskosten bezuschusst werden. Hierfür müssen allerdings besondere Anforderungen erfüllt werden.
Tipps und Hinweise zur Auswahl neuer Fenster sowohl beim Neubau als auch bei der Gebäudesanierung geben die Energieberater der Verbraucherzentrale auch in Einzelgesprächen. Über den wärmetechnisch empfehlenswerten Einbau sollten die Bauherren sich auf jeden Fall vor einem Vertragsabschluß mit einem Handwerker bei den Fachleuten von der Verbraucherzentrale informieren. Bei solchen Beratungen werden darüber hinaus die Förderprogramme angesprochen, damit niemand etwas verschenkt.
Für eine persönliche Beratung in einer der 13 Beratungsstellen im Saarland
ist eine Anmeldung erforderlich. In Saarbrücken finden die Beratungen bei der Verbraucherzentrale im sich Haus der Beratung, Trierer Straße 22, statt. Anmeldung unter 0681 / 500 89 - 15 oder (-0), in Dillingen, Merziger Str. 46, Tel.: 06831 97 65 65, in Merzig, Bahnhofstr. 1, Tel.: 06861 5444.
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