Den Versorger oder den Tarif wechseln ist eine Möglichkeit, die Stromkosten zu senken. "Durch Strom sparen kann man die Haushaltskasse jedoch meist sehr viel mehr entlasten, und nebenbei tut man auch etwas für die Umwelt", sagen die Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes.
Viele Verbraucher mit hohem Stromverbrauch sind sich über die vielfältigen Einsparpotenziale in ihrem Haushalt nicht bewusst. Sie glauben, schon alles getan zu haben oder meinen, dass Sparen Verzicht auf Komfort bedeutet, so die Energieberater der Verbraucherzentrale. Doch allein durch Ändern des Verhaltens lassen sich viele Kilowattstunden einsparen.
Zu Beispiel beim Thema Kühlen. Mit etwa 20 Prozent sind Kühl- und Gefriergeräte die größten Stromfresser im Haushalt. Schon durch den Kauf eines energieeffizienten Gerätes spart man bis zu einem Viertel des Energieverbrauchs fürs Kühlen und Gefrieren. Hier noch weitere Tipps:
• Den Kühlschrank nicht neben Wärmequellen wie Heizung, Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine stellen. Ist kein anderer Stellplatz möglich, dämmen Sie zumindest die Seitenwände.
• Direkte Sonnenstrahlung auf den Kühlschrank vermeiden.
• Keine warmen Speisen in den Kühlschrank stellen.
• Tiefgefrorenes sollte im Kühlschrank langsam aufgetaut werden.
• Den Kühlschrank muss man nicht auf höchste Stufe stellen, 7 Grad Innentemperatur reichen völlig aus.
• Unnötiges langes Öffnen ist zu vermeiden.
• Den Gefrierschrank regelmäßig abtauen, spätestens bei einer 1 cm dicken Eisschicht.
• Die Gummidichtung der Türen sollte ab und zu geprüft werden. Dazu legt man eine Taschenlampe in den Kühlschrank und sieht bei Dunkelheit nach, ob ein Lichtstrahl durchdringt.
• Die Lüftungsschlitze dürfen nicht zugedeckt werden, denn ein Wärmestau am Kühlgerät erhöht den Energieverbrauch um bis zu 10 Prozent.
• Bei der Neuanschaffung eines Kühlschrankes sollte man auf die Energieeffizienzklasse achten. Ist bereits ein Gefriergerät vorhanden, kann man auf ein Gefrierfach verzichten. Ein 3 Sterne Kühlschrank verbraucht bis zu 30 Prozent mehr Strom als ein Kühlschrank ohne Gefrierfach.
• Auch während des Urlaubs kann man Strom sparen: Bei längerer Abwesenheit den Kühlschrank leeren und den Gerätestecker ziehen. Am Kühlschrank dann die Tür offen lassen, damit er abtrocknen kann.
Wer sich über energiesparende Geräte informieren oder ein Stromverbrauchsmessgerät ausleihen möchte, kann sich an eine der 13 Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale des Saarlandes wenden.
Beispiel Kochen
Profiköche kochen auf Gasherden, denn mit ihnen kann man die Hitze besser regulieren, und sie verbrauchen nur halb so viel Energie wie ein Elektroherd. "Sollte in der Küche ein Gasanschluss sein, lohnt sich also der Kauf eines Gasherdes", raten die Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes.
Der Stromverbrauch eines Elektroherdes lässt sich mit einem Strommessgerät leider nicht messen, da der Herd meist fest am Stromnetz angeschlossen ist und außerdem der Messbereich des Gerätes schnell überschritten ist. "Im Durchschnitt verbraucht eine vierköpfige Familie etwa 600 Kilowattstunden im Jahr fürs Kochen und Backen" schätzen die Energieberater der Verbraucherzentrale. Hier lässt sich einiges davon einsparen, wenn man am Herd einige Tipps beherzigt:
• Töpfe beim Kochen immer mit einem Deckel abdecken, damit möglichst wenig Verdunstungsenergie verloren geht. Dadurch vermeidet man auch einen zu hohen Anstieg der Luftfeuchtigkeit. Nach dem Kochen sollte immer gut mit weit geöffneten Fenstern die Feuchtigkeit weggelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
• Die Töpfe sollten einen ebenen Boden haben, um durch einen besseren Kontakt zur Herdplatte die Wärme besser auszunutzen.
• Die Töpfe sollen zum Durchmesser der Herdplatte passen. Wenn die Platte nur 1-2 cm größer ist, wird rund 20 Prozent Strom in Form von Wärme vergeudet und die Küche unnötig aufgeheizt.
• Ein Schnellkochtopf spart rund 50 Prozent Strom und mindestens ebensoviel Zeit. Empfindliche Vitamine werden so geschont.
• Nicht mehr Wasser als nötig erhitzen, z. B. für die Tasse Tee oder das Nudelwasser.
• Ein sauberes Sichtfenster an der Backofentür hilft auch Stromsparen. Denn dann muss man nicht so oft die Bachofentür öffnen, um nach dem Kuchen oder Braten zu schauen. Dabei gehen nämlich jedes Mal 20 Prozent der Wärme verloren, die nachgeheizt werden muss.
• Bei den meisten Gerichten kann man auf das Vorheizen des Backofens verzichten – spart ebenfalls rund 20 Prozent Energie.
Ob es besser ist, Wasser auf dem Herd oder im Wasserkocher zu erhitzen, wie eine Mikrowelle im Vergleich zum Herd abschneidet oder was die neuen Induktionsplatten an Energie sparen, erfahren Sie von den Energieberaterinnen und Energieberatern des Saarlandes in einer der 13 Beratungsstellen im Saarland.
Beispiel Waschen
Eine Waschmaschine ist heute aus dem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Einfach schmutzige Wäschen einfüllen, Waschpulver zugeben und auf Start drücken. Der Trockner steht meist gleich daneben.
Wie viel Strom dabei pro Jahr verbraucht wird, hängt von mehreren Faktoren ab.
Den meisten Strom verbraucht die Waschmaschine zum Aufheizen des Wassers. "Die größten Stromfresser sind solche Geräte, die Strom in Wärme umwandeln oder Kälte erzeugen," geben die Energieberater der Verbraucherzentrale zu bedenken. Dies gilt insbesondere auch für Wäschetrockner.
Wer einmal selbst zu Hause eine kleine Versuchsreihe starten möchte, kann sich bei den Energieberatern der Verbraucherzentrale gegen eine Kaution von 10 Euro kostenlos ein Strommessgerät ausleihen. Beim Messen des Stromverbrauchs verschiedener Geräte unter verschiedenen Bedingungen bekommt man so schnell ein Gefühl für den Verbrauch, und Spaß macht es auch. Man kann zum Beispiel ausprobieren, wie viel weniger Strom ein Waschgang bei 30 Grad gegenüber Kochwäsche braucht. "Wenn man bedenkt, dass moderne Waschmittel auch bei kaltem Wasser sauber waschen, wird man sich überlegen, ob 90 oder 60 Grad wirklich nötig sind", so die Energieberater. Vielleicht lohnt sich auch die Anschaffung eines Waschmaschinen-Vorschaltgerätes, mit dem man die Maschine ans warme Wasser anschließen kann.
Beim Wäschetrockner wird man zum Beispiel feststellen, dass er weniger Strom verbraucht, wenn die Wäsche vorher gut geschleudert wurde. Gegen die gute alte Wäscheleine kommt jedoch kein noch so sparsamer Trockner an.
Im persönlichen Gespräch können die Messergebnisse dann mit den Energieberatern zusammen ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage kann der Berater dann individuelle Spartipps geben.
Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Für eine persönliche Beratung ist eine Anmeldung erforderlich.
In Saarbrücken finden die Beratungen bei der Verbraucherzentrale im Haus der Beratung, Trierer Straße 22, statt, Anmeldung unter 0681 500 89 -15 oder (-0). In Dillingen findet die Beratung in der Merziger Str. 46 statt, Anmeldung unter 06831 97 65 65, in Merzig in der Bahnhofstr. 1, Anmeldung unter 06861 5444, in Neunkirchen in Rathaus, Zi. 407, Anmeldung bei der Zentrale in Saarbrücken.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.



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