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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Saarland

27.08.2010
Schönfärberei beim Fleisch

Und wieder einmal ist es das Fleisch, das Schlagzeilen macht! Diesmal durch Verpackungen, die offensichtlich zum Zwecke der Verbrauchertäuschung bewusst eingesetzt werden. Solche Packungen werden dann gerne auch, den wahren Zweck vernebelnd, als Schutzgasverpackungen deklariert, wobei der Verbraucher den Begriff Schutzgas im eigentlichen Sinne versteht, eine, die gerade das Fleisch vor dem Kontakt mit Sauerstoff schützen sollte. Die "neuen" Fleischverpackungen jedoch enthalten bewusst viel Sauerstoff, damit die rote Fleischfarbe lange erhalten bleibt, was als verkaufsfördernd angesehenen wird. Die negativen Auswirkungen für den Verbraucher bei der Verpackung von Frischfleisch werden offenbar bislang noch als "marginal" oder "belanglos" betrachtet.
Dabei sind es wesentliche Eigenschaften, die sich hier verändern. Das Fett wird unter dem starken Sauerstoffdruck schneller ranzig, was mit zunehmender Lagerdauer auch in zunehmender Geschwindigkeit erfolgt. Fleisch reift nur verzögert, d.h. es bleibt zäh. Auch der Geschmack und der Vitamin-E-Gehalt leiden unter der Sauerstoffzufuhr. Wird solches Fleisch gebraten, wird es außen schnell braun und innen grau. Beim Aufschneiden des gegarten Fleisches ist keine rosa Farbe zu erkennen. Es erweckt eher den Eindruck, dass es schon länger als gewollt gegart wurde. Dies kann bei mikrobiologisch nicht mehr einwandfreien Stücken ein gesundheitliches Risiko darstellen. Ein unter Sauerstoffatmosphäre länger gelagertes Fleisch sollte nicht mehr eingefroren werden.
Ebenso als gesundheitlich bedenklich muss man die Bildung von Cholesteroloxiden unter dem Einfluß des hohen Sauerstoffanteils ansehen. Diese gelten als zell- und gefäßschädigend und werden im Zusammenhang mit Arteriosklerose und Schädigungen der Gefäßwände gesehen.

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes fordert eine deutliche Kennzeichnung solcher Gase, der Begriff "Schutzgas" darf in diesem Zusammenhang nicht gebraucht werden. Auch muss das Mindesthaltbarkeitsdatum so kurz berechnet werden, dass die für den Verbraucher negativen Einflüsse nicht zum Tragen kommen.

Zunehmend wird auch im Frischfleischverkauf Sauerstoff zur Schönfärberei eingesetzt. Geräte, in denen unter Druck Fleisch mit Sauerstoff so behandelt wird, dass die rote Farbe einige Tage erhalten bleibt, finden zunehmend Absatz. Sauerstoffbehandeltes Fleisch erkennt man manchmal auch daran, dass es außen schön hellrot, innen aber dunkelrot aussieht.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Saarland e.V., Haus der Beratung, Trierer Str. 22, 66111 Saarbrücken
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-saar.de/link819321A.html